Was ist Osteoporose

Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, bei der fortschreitend Knochensubstanz verloren geht (Knochenschwund). Das führt zu einer Verschlechterung der Knochenstruktur und einer erhöhten Brüchigkeit. Infolgedessen steigt das Risiko eines Knochenbruchs, einer sogenannten Knochenschwundfraktur. Osteoporose ist eine Volkskrankheit, in Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen an Osteoporose. Alle 3 Sekunden bricht sich weltweit ein Mensch einen durch Osteoporose geschwächten Knochen.
Experten Netzwerk Osteoporose Bild Osteoporose Betroffene

Da man als Betroffener eine niedrige Knochendichte nicht merkt, ist häufig der Bruch das erste Warnsignal einer Osteoporose. Als Knochenschwundfraktur wird ein Bruch bezeichnet, der durch minimale Krafteinwirkung entsteht, beispielsweise durch einen Sturz aus stehender Position. Auch Spontanbrüche, also solche ohne erkennbaren Anlass sind möglich.

Ein osteoporotischer Bruch kann einen gravierenden Einfluss auf das Leben haben. Oft sind anhaltende Schmerzen, eine eingeschränkte Mobilität oder sogar eine verkürzte Lebenserwartung die Folge.

Die Ursachen der Osteoporose

Bei gesunden Menschen wird das Knochenmaterial ständig erneuert, was durch Auf- und Abbauprozesse geschieht, welche aneinander gekoppelt sind. Bei Osteoporose schreitet der Abbauprozess schneller voran als der Aufbau. Langfristig baut der Körper die Knochenmasse immer weiter ab. Dadurch werden die Knochen schwächer und brechen leichter.

Experten Netzwerk Osteoporose Bild Osteoporose Knochenstruktur

Bei der Suche nach den Ursachen wird zwischen einer primären und sekundären Osteoporose unterschieden. Die primäre Osteoporose, welche am häufigsten vorkommt, tritt im fortgeschrittenen Alter oder nach den Wechseljahren auf. Einer sekundären Osteoporose liegt meist eine andere Erkrankung zu Grunde, die zu einem schnellen Knochenabbau führt.

Neben dem Alter gibt es noch weitere Risikofaktoren, die eine Osteoporose begünstigen. Das sind zum Beispiel ein Mangel an Östrogen/Testosteron, ein niedriges Körpergewicht, Tabak- oder Alkoholkonsum und eine familiäre Vorgeschichte von Knochenschwundfrakturen.

Experten Netzwerk Osteoporose Bild Osteoporose Ursachen

Ursachen einer sekundären Osteoporose sind oft Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Magen-Darm-Erkrankungen, chronische Lebererkrankung, Bewegungsmangel, chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder auch eine Behandlung mit Glukokortikoiden.

Wie wird eine Osteoporose diagnostiziert

Eine Diagnostik erfolgt gemäß den Leitlinien des Dachverbandes Osteologie e.V. (DVO). Bei der Anamnese fragt der Arzt oder die Ärztin Risikofaktoren ab, ermittelt das Sturzrisiko und sucht nach unentdeckten Knochenschwundfrakturen, insbesondere an der Wirbelsäule.

Mit einer Blutuntersuchung soll eine sekundäre Osteoporose ausgeschlossen werden. Dabei wird geprüft, ob eine andere Erkrankung wie zum Beispiel Erkrankungen der Schilddrüse oder Krebs der Osteoporose zugrunde liegt. Zudem wird die Nierenfunktion überprüft, da einige Osteoporose-Medikamente bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht genommen werden dürfen.

Oft wird auch eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule gemacht, um unentdeckte Wirbelbrüche zu erkennen. Zudem kann anhand der Röntgenbilder schon eine grobe Abschätzung der Knochenstruktur anhand der Farbgebung vorgenommen werden.

Wichtig ist es auch die Knochendichte zu messen. Das geschieht durch eine sogenannte DXA-Analyse. Mittels niedrigdosierter Röntgenstrahlung wird dabei der Mineralgehalt der Knochen an der Lendenwirbelsäule und am oberen Abschnitt des Oberschenkelknochens gemessen. Die Messung verursacht nur eine sehr geringe Strahlenbelastung und ist nach wenigen Minuten abgeschlossen. Die DXA-Messung ist die einzige Methode zur Auswertung der Knochendichte, die von der Weltgesundheitsorganisation und dem Dachverband Osteologie e.V. empfohlen wird.

Behandlung der Osteoporose

Die Behandlung der Osteoporose unterteilt sich in eine nicht-medikamentöse und eine medikamentöse Behandlung. Bei der nicht-medikamentösen Behandlung ist vor allem der Patient selbst gefragt: sportliche Betätigung und eine gesunde Ernährung spielen eine entscheidende Rolle. Durch ausreichend Bewegung wird die Mobilität erhöht und die unterstützende Muskulatur gestärkt. Das verringert das Sturzrisiko, hat aber auch direkt eine positive Auswirkung auf den Knochen. Es bieten sich Krafttraining, Nordic Walking oder individualisierte Übungen für zuhause an. Welche Sportart für den individuellen Patienten geeignet ist, sollte allerdings in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden, da einige Sportarten mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche einhergehen.

Bei der Ernährung ist es wichtig auf Kalzium- und Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel zurückzugreifen. Beide Bestandteile sind für einen gesunden Knochen von entscheidender Bedeutung. Auch wirken viele Osteoporose-Medikamente nur bei ausreichender Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Bei der Auswahl des Mineralwassers kann zum Beispiel schon auf einen hohen Kalziumgehalt geachtet werden. Zudem enthalten viele Milchprodukte Kalzium. Sollte man allerdings nicht ausreichend Kalzium und Vitamin D über die Nahrung aufnehmen können, kann auch eine Substitution über Tabletten erfolgen.

Experten Netzwerk Osteoporose Bild Osteoporose Vorbeugung

Gängige Medikamente gegen Osteoporose sind zum Beispiel Bisphosphonate, Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren, Denosumab, Teriparatid oder Romosozumab. Wichtig dabei ist, dass die Medikamente nur ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie wie vom Arzt verordnet eingenommen werden.

Zudem ist es ratsam Stolperfallen in der Wohnung zu beseitigen. Teppiche und Vorleger können zum Beispiel mit Gummimatten vor dem Wegrutschen gesichert werden und Kabel sollten mit Klebeband befestigt werden. Im Bad können Haltegriffe beim Aufstehen aus der Badewanne oder von der Toilette hilfreich sein.

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